Johannisfeuer des RSV in Drosendorf

Samstag, der 26.06.2010


Nach beeindruckenden Vorführungen von Jazz-Dance und Taekwon-Do war gegen 21:45 Uhr die Dämmerung ausreichend fortgeschritten.
Herbert Stenglein, 2.Bürgermeister unserer Gemeinde Memmelsdorf,
leitete mit seiner Feuer-Rede das Entfachen ein:

“Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Mitglieder und Freunde des RSV Drosendorf, der Freiwilligen Feuerwehr und aller Drosendorfer Vereine,

Der Brauch, die Sommersonnenwende festlich mit Fruchtbarkeitsbräuchen und Abwehrzauber zu begehen, geht auf die Zeit der Germanen zurück. er wurde später vom Christentum übernommen und zum Johannisfeuer umgestaltet.

Die Kirche feiert das Gedächtnis Johannes des Täufers als des Vorläufers des Herrn. Von nun an neigt sich das natürliche Jahr abwärts. So muss Johannes abnehmen, damit Er zunehme, der "mitten im kalten Winter wohl zu der halben Nacht" erscheinen wird.

Vom 21. bis zum 24.Juni läuft die Sonne auf ihrer höchsten Bahn. Sie ist stark und kräftig geworden und beschert uns die längsten Tage und die kürzesten Nächte des Jahres. Alles atmet Lebenskraft in dieser Zeit.

Die Sommersonnenwende als Jahreshöhepunkt hat die Menschen schon immer fasziniert. Dem Lukasevangelium zufolge (Lk 1,26), wurde Johannes sechs Monate vor der Geburt des Herrn geboren. Recht zwanglos ergibt sich so der 24.Juni als Johannistag.

Dies ist das Zeugnis Johannes des Täufers:
Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen

Die Energie, mit der die Sonne die Erde belebt, wurde seit jeher dadurch dargestellt, dass man ein Feuer entzündete.

Feuer ist ein Element, segensreich und zugleich gefährlich. Es spendet uns Wärme und gibt uns Licht. Was der Mensch bildet und schafft, dankt er dem Feuer.

Friedrich Schiller hat in seinem Gedicht ›Das Lied von der Glocke‹ dies unübertroffen in Worte gefasst:
Wohltätig ist des Feuers Macht, wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht, und was er bildet, was er schafft, das dankt er dieser Himmelskraft, wenn sie der Fessel sich entrafft, einhertritt auf der eignen Spur die freie Tochter der Natur…

Das heutige Johannisfeuer soll uns zum Nachdenken anregen, wie es um unsere Natur bestellt ist und was jeder einzelne von uns dazu beitragen kann, unseren Nachkommen eine lebenswerte Natur und Umwelt zu erhalten.

Treibhausgase und erhöhte Ozonwerte bringen erhebliche klimatische Veränderungen mit sich. So gibt es immer mehr extreme Wetterlagen, verbunden mit Naturkatastrophen wie Sturmfluten, überschwemmungen und Wirbelstürme.

Ein unbekannter Verfasser hat einmal gesagt:
Mit den ersten Bäumen, die gefällt werden, beginnt die Kultur. Mit den letzten Bäumen, die gefällt werden, endet sie.
- Wer die Natur ohne Rücksicht ausbeutet oder zerstört, der sägt den Ast ab, auf dem er sitzt. Der biblische Auftrag an den Menschen, die Natur sich untertan zu machen, ist kein Freibrief, sondern Verpflichtung, unserer Nachwelt eine lebenswerte Umwelt zu erhalten.

Wenn wir nun den Holzstoß entzünden, so soll das lodernde Feuer mahnendes Zeichen sein für einen wachen Umgang mit der Natur. In diesem Sinne:
Flamme empor auf eine gesunde Umwelt und eine friedvolle Zeit!


Herbert Stenglein



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